
Für NGOs, Verbände & zivilgesellschaftliche Organisationen
Geld und Zeit in Paarbeziehungen sind keine Privatsache.
Sie sind eine strukturelle Frage von Gerechtigkeit, Chancen und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer diese Zusammenhänge versteht, kommt an die eigentlichen Ursachen von Gender Gaps, wirtschaftlicher Abhängigkeit und demografischer Herausforderung heran.
Kleine Entscheidungen am Küchentisch mit großen gesellschaftlichen Konsequenzen
Wer in einer Partnerschaft weniger verdient und mehr Zeit für unbezahlte Care-Arbeit aufbringt, hat strukturell weniger Handlungsspielraum, in der Beziehung, im Job, am Arbeitsmarkt, bei Engagement und gesellschaftlicher Teilhabe. Diese Dynamik entsteht selten durch bewusste Entscheidung, sondern ist Konsequenz von Narrativen und Rollenmustern, die sich sogar bei den "modernstens" Paaren an wichtigen Wendepunkten einschleichen, zum Beispiel rund um die Familiengründung.
Die Konsequenzen sind messbar: Frauen stellen heute rund 70 Prozent der Grundsicherungsempfängerinnen im Alter. Mütter arbeiten mit vierfach höherer Wahrscheinlichkeit in Teilzeit als kinderlose Frauen. Jede dritte Frau wäre ohne ihre:n Partner:in auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Wer mehr Geschlechtergerechtigkeit einerseits und/oder höhere Geburtenraten andererseits möchte, kommt an der Geld-Zeit-Rollen-Frage in Paarbeziehungen und Familien nicht vorbei: Denn solange Kinderkriegen für Frauen zur wirtschaftlichen Risikofrage wird, kann weder dei Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen noch die Geburtenrate nach oben gehen.
Quellen: DIW, ifo-Institut, Statistisches Bundesamt

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